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Ist der Fußgängerparkplatz als Parkplatz im üblichen Sinne gedacht?

Winfred OrtseDer Fußgängerparkplatz ist in erster Linie eine Idee. Die Menschen sollten sich im übertragenen Sinne manchmal selbst parken, um einen genaueren Blick auf die Dinge zu nehmen, die sie bewegen. Um dieser Idee ein Bild zu geben, erfanden wir den Fußgängerparkplatz.

 

 

Vermissen Sie im öffentlichen Raum Orte der Ruhe und des Innehaltens?

Winfred OrtseJa und nein zugleich. Es gibt viele Orte zum Ausruhen, z. B. Bänke in Parks und auf Innenstadtplätzen. Aber es gab bisher keinen Ort, der die Menschen sozusagen beiseite nimmt und fragt: Was beschäftigt Dich?

 

Was inspirierte Sie bei der Erfindung des Fußgängerparkplatzes?

Herman KootWir waren vor ein paar Jahren in einer Phase „zwischen zwei Jobs“. In dieser Zeit kamen wir nach der beruflichen Karriere zur Ruhe. Wir wollten mehr Zeit mit unseren Familien verbringen, für unsere Eltern da sein und uns ehrenamtlich engagieren. Während eines Urlaubs erkannten wir, dass es uns nicht nur große Genugtuung gab, anderen zu helfen, sondern wir waren auch entspannter und freundlicher geworden. Der neue Lebensstil gab uns große Genugtuung und wir waren der Meinung, dass sich jeder Erwachsene eigentlich wenigstens mal für kurze Zeit selbst parken müsste. Minuten später hatten wir das Logo und das Schild fertig. Die Entwicklung des gesamten Projektes „Der Fußgängerparkplatz“ dauerte dann natürlich noch einige Zeit bis zur Umsetzung.

 

Was bedeutet die Weltkarte, die auf dem Betonsockel zu sehen ist?

Winfred OrtseDie Weltkarte soll die reale Welt symbolisieren. Die Köpfe der bunten Figuren symbolisieren den Globus mit seinen Meridianen.

 

Ist der Fußgängerparkplatz sowohl künstlerische Skulptur als auch Gebrauchsgegenstand?

Herman KootDer Fußgängerparkplatz ist das, was jeder für sich darin sieht. Ein Kind wird es als buntes Spaßobjekt in Beschlag nehmen, auf dem es sitzen und klettern kann. Ein Erwachsener wird es wohl eher als Kunstobjekt sehen und sich mit hochgezogenen Augenbrauen fragen, was das soll?

 

Wo haben Sie den Fußgängerparkplatz gezeigt?

Winfred OrtseRASTI hat ihn auf Gartenbaumessen präsentiert. Der Bauverein Wesel hat den ersten Fußgängerparkplatz in Deutschland mitten in einem Wohnquartier aufgestellt. Weitere sollen auf einem Schulhof ihr Zuhause finden und in der Nähe eines Seniorenheims – ein sehr guter Ort, da hier unterschiedliche Generationen aufeinander treffen. Mittlerweile bieten wir einen kleinen Fußgängerparkplatz mit nur einer Figur und Sitzmöglichkeiten an.

 

Wie sind die Reaktionen?

Herman KootBisher gab es überwiegend positive Kommentare. Viele Menschen erkennen sich in unserer Geschichte wieder. Sie machen sich Gedanken über ihr eigenes Leben. Es gibt natürlich auch ein paar Menschen, die eine bunte Skulptur darin sehen. Auch das ist gut, denn wir alle wollen eine Welt, die von den Menschen als ein bisschen schöner und fröhlicher angesehen wird.

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